Charles Leclerc

Fahrer N° 16


Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Als gebürtiger Monegasse lernte Charles die Formel-1-Welt schon in jungen Jahren kennen. Beim Grossen Preis von Monaco wurde Charles’ Leidenschaft zum Motorsport ins Leben gerufen. „Als Vierjähriger war ich mit meiner Familie zu Gast bei Freunden meiner Eltern. Wir haben das Formel-1-Rennen von der Terrasse verfolgt – das Haus war direkt über der ersten Kurve, der Sainte Dévote. Während mein Freund und ich mit Spielzeug-Autos beschäftigt waren, hörten wir im Hintergrund die Formel-1-Motoren. Jeder hat besondere Erinnerungen an seine Kindheit – diese bedeutet mir viel.“

«Born to be wild»

Schon im Alter von vier Jahren stand das Kartfahren an erster Stelle. Um nicht in den Kindergarten gehen zu müssen, sagte er seinen Eltern an einem Morgen, dass er sich nicht gut fühlen würde. Stattdessen nahm ihn sein Vater zu einem Treffen mit seinem besten Freund, Philippe Bianchi, mit. Zufälligerweise fand das Treffen auf Bianchi‘s Kartbahn in der Nähe von Charles‘ Elternhaus statt.

Es dauerte nicht lange, da sass Charles in einem Kart und drehte seine erste Runde – zunächst noch mit einem Sicherheitsseil. Nach der ersten Runde kamen noch unzählige dazu – nicht nur an diesem Tag.

„Ich kann mich noch gut an einen lustigen Moment erinnern. Bereits mit vier Jahren wusste ich, wie man den Motor eines Karts startete. Als mein Vater und ich an der Strecke ankamen, stieg ich ins Kart und fuhr einfach los. Mein Vater stand am Rand der Kartbahn, winkte mir zu und rief andauernd meinen Namen. Mir war nicht klar, was der Grund dafür war und so fuhr ich einfach weiter. Als ich dann nach ein paar Runden stehenblieb, wurde mir bewusst, dass ich keinen Helm trug. Ich war schon als Kind so fasziniert vom Motorsport, dass ich alles andere ausgeblendet habe.“

Alles oder nichts

Nach nur wenigen Besuchen auf der Kartbahn war schnell klar, dass der Motorsport für Charles mehr als nur ein Hobby war. „Vom ersten Tag an wollte ich gewinnen“, sagt Charles.

Schon bald zahlte sich Charles‘ Ehrgeiz und Leidenschaft aus: Er gewann diverse Kart-Meisterschaften (2005-2013) und wechselte 2014 in den Formelsport. Bei seinen Anfängen im Formelsport wurde er 2014 und 2015 bester Rookie. In der Gesamtwertung belegte er 2014 den zweiten Platz in der Formel Renault 2.0 Meisterschaft; ein Jahr später wurde er Vierter in der Formel-3-Europameisterschaft. 2016 krönte er sich zum GP3-Meister.

Im vergangenen Jahr (2017) stieg der Monegasse in die Formel-2-Meisterschaft auf – mit grossem Erfolg. Bereits vor dem letzten Formel-2-Rennen stand Leclerc als Meister fest und sicherte sich mit einem grossen Vorsprung zur Konkurrenz den Meistertitel.

Vorbilder

Als wichtiges Vorbild und damals engen Vertrauten nennt Charles seinen verstorbenen Freund Jules Bianchi. Charles betont, dass er Jules immer bewunderte und er ein grosses Vorbild war.  «Ich habe den Grossteil meines Lebens damit verbracht, gegen Jules Rennen zu fahren. Wir sind zusammen aufgewachsen und haben fast jedes Wochenende auf der Kartbahn seines Vaters verbracht. Ich bin gegen niemanden anderen so oft Rennen gefahren, wie es bei Jules der Fall war. Diesen Rekord kann man nicht brechen.“

Beim Grossen Preis von Japan 2014 verunglückte Jules Bianchi bei einem tragischen Unfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Im Jahr 2017 verlor Charles eine weitere Bezugsperson – im Alter von 19 Jahren verlor er seinen Vater, Hervé Leclerc.

„Es ist recht merkwürdig. Was meine Karriere betrifft, war 2017 für mich das beste Jahr meines Lebens. Andererseits war es aus persönlicher Sicht eine sehr schwierige Zeit,“ erklärt er. „Der Motorsport sowie meine persönlichen Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass ich sehr schnell erwachsen werden musste. Die «Pole Position» bei der Qualifikation zum Formel-2-Rennen in Baku (2017) war die bisherig Bestleistung meiner Karriere. Nur wenige Tage nach dem Tod meines Vaters startete ich ohne Erwartungen in das Wochenende, wusste aber zugleich, dass ich meinen Vater stolz machen wollte. Für ihn Rennen zu fahren, hat mir die Kraft gegeben, die ich gebraucht habe. Ich verdanke meinem Vater und Jules sehr viel – ich widme ihnen jedes Rennen und jeden Sieg.“

Vielversprechende Zukunft

Als Ferrari-Junior-Fahrer freut sich Leclerc insbesondere darauf, die Formel-1-Saison 2018 mit den neuen Ferrari-Motoren zusammen mit dem Alfa Romeo Sauber F1 Team in Angriff zu nehmen. „Mit den aktuellen Ferrari-Motoren werden wir als Team sicherlich Fortschritte machen. Auch die neue Partnerschaft mit Alfa Romeo ist spannend.“

„Ich bin für die Unterstützung von Ferrari sehr dankbar. Ausserdem ist die Unterstützung von Fans rund um die Welt überwältigend. Ich freue mich darauf, in meine erste Formel-1-Saison zu starten und werde mein Bestes geben.“

Charles Leclerc hat 2018 sein Formel-1-Debüt als Stammfahrer für das Alfa Romeo Sauber F1 Team. Seine Startnummer ist die 16.


F1 Statistik bis Ende 2017

Erster GP
GP gestartet
Bestes Rennergebnis


Persönliche Angaben

Geburtstag/-ort 16. Oktober 1997 in Monte Carlo, Monaco
Nationalität Monegasse
Website www.charles-leclerc.com
Grösse / Gewicht 1.80 m / 67 kg
Hobbies Rennen fahren, Tennis, Reisen
Lieblingsessen Pasta
Lieblingsgetränk Apple juice
Lieblingsmusik „Where Is The Love?“ von The Black Eyed Peas
Lieblingsstrecke Monaco
Sprache Englisch, Französisch, Italienisch

Laufbahn

2017 FIA Formula 2, Champion
2016 GP3 Series, Champion
2015 FIA Formula 3 European Championship, 4th (1st Rookie)
2014 Formula Renault 2.0, Vice-Champion (1st Rookie)
2013 Karting KZ1, Winter Cup Winner; CIK-FIA World Cup Vice-Champion
2012 Karting KF2, WSK Euro Series
Champion: CIK-FIA European Championship
Vice-Champion: CIK-FIA U18 Championship Vice-Champion
2011 Karting KF3, CIK-FIA Trophee Academy Champion; CIK-FIA World Cup Champion
2010 Karting KF3, Monaco Kart Cup Winner (youngest in history);
France Vice-Champion (youngest in history)
2009 Karting Cadet, France Champion (youngest in history)
2005-2008 Karting France, PACA Champion (2005, 2006, 2008)